Jour Fixe

Donau-Delta

Fotoschau und Gespräch
am Dienstag, den 14. Juni 2022 um 19 Uhr
im Pangea-Haus,
Trautenaustr. 5, 10717 Berlin
(U-Bhf. Güntzelstr., Nordausgang)

Nachdem die Donau auf über 2800 km sechs Länder hinter sich gelassen hat, entleert sie sich in das Schwarze Meer, in einer einzigartigen und unzugänglichen Landschaft, in Rumänien und im südlichsten Zipfel der Ukraine, am Ende Europas. Das Donaudelta ist eine Welt der Armut, der Rückständigkeit und voller Abschiede, geprägt von extremen Gegensätzen; aber auch eine magische Welt, eine Traumwelt, unstet, flirrend, nicht zu greifen oder zu begreifen.

Viele Menschen verlassen in diesen Zeiten das für sie immer lebensfeindlichere Delta, eine isolierte, abgelegene Gegend, aus der Zeit gefallen und gefühlte Lichtjahre von der rumänischen Hauptstadt entfernt. Diejenigen, die das Delta verließen und zurückgekehrt sind und die, die bleiben, sind keineswegs unempfänglich für die fast irreale Schönheit des Deltas, ein Lebensraum, der sich ständig verändert und für seine Bewohner zu allen Zeiten harte Prüfungen bereit hält.

Referent:
Florian Bachmeier ist selbständiger Fotograf und Mitglied des N-Ost Nachrichtennetzwerkes für Osteuropa. Zuletzt erschien sein Bildband „In Limbo“ über die Ukraine. Für das Projekt „Donau-Delta“ war er über viele Jahre immer wieder in Rumänien, Republik Moldau und Ukraine und wird bisher unveröffentlichte Fotos vorstellen.

Moderation:
Janka Vogel, DRG

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Jour Fixe

Acasă – My Home

in Kooperation mit dem Kino Krokodil

am Montag, den 9. Mai 2022 um 19 Uhr
im Kino Krokodil,
Greifenhagener Str. 32, 10437 Berlin
(S-/U-Bhf. Schönhauser Allee, Tram-Hst. Stahlheimer Str./Wisbyer Str.)

In der Wildnis des Bukarest-Deltas, hinter dem Rand der Millionen-Metropole, lebt eine Familie seit über zwanzig Jahren in einsamer Harmonie mit der Natur, in einer selbstgebauten Hütte am Ufer, trotzt der rauen, indifferenten Umgebung, fängt Fische mit bloßen Händen und folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten.

Als die Stadt allerdings beschließt, das Gebiet zum größten Naturpark der EU zu erklären, sollen die Enaches zwangsumgesiedelt werden. Die Familie beschließt ihr Zuhause nicht kampflos aufzugeben. Doch auch die Stadtverwaltung ist nicht ganz ohne Argumente: Die Kinder gehen nicht zur Schule, der Zugang zu medizinischer Versorgung ist miserabel, es gibt keine berufliche Perspektive und keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ihr Leben ändert sich für immer.
Die elfköpfige Familie wird gezwungen, ihr unkonventionelles Leben hinter sich zu lassen und in die Großstadt zu ziehen, wo die Fische in den Händen der Kinder durch Smartphones ersetzt und die Nachmittage nicht mehr im Freien, sondern im Klassenzimmer verbracht werden.Mühsam müssen sie versuchen, sich den Zwängen des urbanen Lebens anzupassen und beginnen, einer nach dem anderen ihre Zukunft in dieser Welt infrage zu stellen. Aufgewachsen in der Wildnis, ringen die neun Kinder und ihre Eltern um einen Weg, die Familie im Beton-Dschungel zusammenzuhalten.

Regisseur Radu Ciorniciuc erzählt mit seinem preisgekrönten Debütfilm die fesselnde Geschichte einer verarmten Familie beim Scheitern im Kampf um ihre eigene Version von Freiheit.

Moderation:
Janka Vogel, DRG

Eintritt:
6,50 € (Normalpreis)
5,00 € (DRG-Mitglieder)

Trailer