Die Bukowina: Eine europäische Vielvölkerregion

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit PD Dr. Mariana Hausleitner, Dr. Sergij Osatschuk, Historiker, und dem Bukowina-Experten Dr. Markus Winkler (Moderation).
Die Bukowina, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. In der multiethnisch geprägten Region entstand ein vielsprachiges »Europa im Kleinen«. Ihr plurikulturelles Erbe inspiriert bis heute Künstler, Schriftsteller und Filmemacher. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos, Rose Ausländer, Paul Celan, Manfred Winkler ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden.
Seit Jahrzehnten forscht die Historikerin Mariana Hausleitner über die Bukowina. Hier zeichnet sie die historischen Grundzüge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich, als Deutsche und Juden einwanderten, und die Zwischenkriegszeit, als die Region an Rumänien kam, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gezogen. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
Grußworte sprechen I. E. Adriana-Loreta Stănescu, Botschafterin von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland, und Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam.
Die Teilnahme ist nur nach Anmeldung unter der E-Mail: berlin.rsvp@mae.ro möglich.
Die ReferentInnen:
Dr. Sergij Osatschuk (*1972, Czernowitz/Tscherniwzi) studierte Geschichte an der Universität Czernowitz mit Schwerpunkt Habsburgerreich, Bukowina und Osteuropa. Nach Forschungsaufenthalten in Wien und München promovierte er 1999 über deutsches Vereinswesen in der Bukowina. Er arbeitete an der Universität Czernowitz sowie in verschiedenen Verwaltungsfunktionen der Bukowina. Seit 2014 war er österreichischer Honorarkonsul, ab 2019 Gouverneur der Bukowina. 2022–2025 diente er freiwillig an der Ostfront. Heute ist er Erster Botschaftssekretär der Ukraine in Prag.
PD Dr. Mariana Hausleitner (*1950, Bukarest/București) studierte Geschichte, Politologie und Russistik an der Freien Universität Berlin. 1987 promovierte sie zur rumänischen Arbeiterbewegung, 2001 habilitierte sie sich über die Rumänisierung der Bukowina. Sie lehrte und forschte u. a. in Berlin, Klagenfurt, München und am Deutschen Historischen Museum. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bukowina, Rumänien sowie deutsch-jüdische Geschichte in Südosteuropa. Sie veröffentlichte zahlreiche Studien zu Deutschen und Juden in Rumänien und Bessarabien.
Dr. Markus Winkler (*1970, Mannheim) studierte Germanistik und Journalistik in Leipzig. Bis 2003 war er DAAD-Lektor an der Universität Czernowitz/Tscherniwzi. Nach der Promotion 2006 an der University of Portsmouth arbeitete er dort sowie an der Universität Iași als Research Fellow. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Bukowina, Presse- und Diskursgeschichte sowie deutsch-jüdische Literatur.
Die Publikation:
Bukowina. eine Europäische Vielvölkerregion
Mit zahlr. farb. u. S.-W.-Abb., Karten u. ausführl. Registern, 335 S., gebunden, € [D] 22,–/€ [A] 22,70. ISBN 978-3-936168-96-9
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